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Die RUTH 2017 geht an Ringsgwandl

„Georg Ringsgwandl ist ein Paradiesvogel mit bayrischem Idiom. Einer, der behauptet, er singe „mehr oder weniger grausam“ – was nicht allein auf die Stimme gemünzt sein dürfte. Ringsgwandl ist ein Seismograph mitmenschlicher Befindlichkeiten und Abgründe. Seit er vor über zwanzig Jahren seinen Brotberuf als Arzt gänzlich an den Nagel hing, provoziert der Musikkabarettist mit schrillem Outfit und bissigen Texten. Zwar ist er mittlerweile milder geworden – schließlich „trinke auch der wildeste Hund irgendwann Kamillentee“ -, doch bequem gemacht hat er es weder sich noch anderen. Sein Blick bleibt scharf, seine Feder schwarzhumorig, seine Songs angriffslustig und offenbarend. Schließlich gibt es eine ganze Menge zu vermelden über unsere Wohlstandskultur und unser Streben nach immer mehr. Und wer wenn nicht Ringsgwandl berichtet uns über die Absurditäten, die es nur in der bayerischen Provinz gibt und die Auswirkungen haben landesweit. Für die Fähigkeit, seine Heimat Bayern künstlerisch ganz und gar zu erfassen, ihre Eigenheiten seinen Landsleuten vor Augen zu führen und sie den anderen – den Nichtbayern – verständlich zu machen, erhält Ringsgwandl die RUTH 2017.“

http://www.weltmusikpreis.de/RUTH-2017.html

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Anschauen! „bergheimat“ mit Georg Ringsgwandl

Wenn schon Fernsehen, dann was gscheids!

Am Sonntag, 04.12.2016 um 15:15 wird der Film „bergheimat – Georg Ringsgwandl“ im Bayerischen Fernsehen wiederholt. Wir empfehlen wärmstens: einschalten!

Wenn einer sich dort nicht zuhause fühlt, wo er aufgewachsen ist, wo ist er dann daheim? Aufgewachsen ist Georg Ringsgwandl in der prächtigen Berglandschaft Reichenhalls, am Fuß des Predigtstuhls. Eher widerwillig erkundet er in seiner Kindheit die Gipfel der Heimat, während seine Klassenkameraden in den Ferien Griechenland oder Italien entdecken. Zu arm ist die Familie, als dass sie sich eine große Urlaubsreise leisten könnte. Nach dem Abitur verlässt Georg Ringsgwandl seinen Geburtsort so schnell als möglich, um in Würzburg und Kiel Medizin zu studieren, er geht nach Kalifornien, um dann als Arzt wieder nach München zurückzukehren.
Ob die Mythen- und Sagenwelt des Untersbergs ihn trotzdem inspiriert hat? Zumindest versteht sich Georg Ringsgwandl als absoluter Gegenentwurf zum alpinen Klischee. Als er in den 70er Jahren erstmals auftritt, trägt er auf der Bühne eine ganz spezielle Tracht: nicht Lederhosen und Janker, sondern Taucheranzug und Schwimmflügel. Ausdruck des Widerstands gegen ein Postkartenidyll?
In seinen Liedern beschreibt Ringsgwandl bissig, aber auch melancholisch und voller Anteilnahme den alltäglichen Überlebenskampf der Menschen seiner Bergheimat. Der Film begibt sich gemeinsam mit dem Liedermacher, Kabarettisten und Verfasser von Musicals auf die Entdeckungsreise in die Bergwelt einer Kindheit, in der „dahoam net dahoam“ ist, wie einer seiner Songs heißt.
Buch und Regie: Reinhard Kungel / Redaktion: Peter Giesecke